Vortrag aus dem Jahr 1996. Das Hören hat sich gegen einen Primat des Sehens zu verteidigen, dieses Vermächtnis unserer humanistisch getragenen Kultur, die sogenannte Okularität der Griechen. Wer sieht, sieht die meisten Unterschiede, doch wer hört, erweitert seinen Horizont auf alles, was man verstehen und damit denken kann. Auch wird er beim Vorgang des Hörens selbst miteinbezogen, denn die Stimme nennt den Namen und ruft einen. In der Stoa unterschied man dabei zwischen der inneren Stimme und dem herausgesagten Wort. Indem ich es aussage, ist es nicht mehr mir, so wie etwa meine Gedanken. Hören ist dabei immer das Hören auf etwas, denn jedes Wort verlangt nach der Antwort. Es handelt sich bei der Frage jedoch nicht um die Gängelung des schon vorher festgelegten pädagogischen Wissens. Die wirkliche Frage ist vielmehr eine, die ich selbst nicht beantworten kann, sodass ich den anderen in ein Gespräch hineinziehe und mir erst durch dieses Gespräch ein Urteil über sein Wissen bilden kann (Aus: Quartino "H.-G. Gadamer – Sprache und Verstehen", 2011) Sendung: 14.04.1996, SWF.

Jean-Pierre Godfroy

Chief Tech Officer bei Hoosnagh U.S.
Pulvis et umbra sumus. J.P. -> ardent blogger and philosopher.
Cruzarei os dedos por você. Ou como dizem no teatro: quebre a perna!

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